Albrecht Lempp ist gestorben

Wir trauern um Albrecht Lempp (1953-2012), der unerwartet im Alter von 59 Jahren
gestorben ist. Er war uns ein treuer und inspirierender Wegbegleiter seit Mitte der
1990er Jahre. Niemand konnte sich so eloquent wie er darüber beschweren, dass es in
Deutschland nur so wenige (und immer die gleichen) Stereotype über Polen gibt, obwohl es
doch unser Nachbarland ist. Wir werden ihn nicht vergessen und schließen uns den
folgenden Worten von Dr. Markus Krzoska an.

Karl Fisher, DPG Brandenburg

"Heute ist völlig unerwartet im Alter von 59 Jahren der Übersetzer und Kulturmanager
Albrecht Lempp gestorben. Mit ihm hat uns einer der wichtigsten und kreativsten Köpfe des
deutsch-polnischen kulturellen Dialogs verlassen. Geboren 1953 in Stuttgart als Sohn des
bekannten Psychiaters Reinhart Lempp studierte er Slavistik und Zeitungswissenschaften in
München. Von 1987 bis 1994 arbeitete er am Deutschen Polen-Institut in Darmstadt, um dann
an die Krakauer Villa Decius zu wechseln. Im Jahre 2000 war er inhaltlich für das
Schwerpunktprogramm Polen auf der Frankfurter Buchmesse verantwortlich. Nach seiner
Tätigkeit für das Adam-Mickiewicz-Institut fungierte er von 2003 bis zu seinem Tode als
geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.
Als Übersetzer brachte er u.a. Texte von Jerzy Pilch, Anna Bolecka und Janusz Glowacki
ins Deutsche. Sein überraschender Tod hinterlässt eine tiefe Lücke, die nicht zu
schließen sein wird. Seine Begeisterung für polnische Literatur, sein Ideenreichtum und
seine Überzeugungskraft werden alle, die ihn kannten, nicht vergessen. Möge er in Frieden
ruhen!"

Dr. Markus Krzoska
Justus-Liebig-Universität Gießen
Historisches Institut, Osteuropäische Geschichte