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Ich arbeite im Zentrum Demokratische Kultur in
der Regionalen Arbeitsstelle für Ausländerfragen, Jugendarbeit und
Schule (RAA) in Berlin und bin Mitarbeiter des Mobilen
Beratungsteams (MBT) der RAA Brandenburg. In diesem Projekt gibt es
seit 1999 zwölf festangestellte und mehrere freie Mitarbeiter, die
dezentrale regionale Arbeit leisten. 1994 habe ich bei diesem
Mobilen Beratungsteam der RAA angefangen. Davor war ich im Rahmen
eines (durchaus umstrittenen) Bundesprojektes "Gegen Aggression und
Gewalt Jugendlicher in den fünf neuen Bundesländern" im Institut für
Sozialarbeit und Sozialpädagogik in Frankfurt am Main als
wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Ich habe mich dort auch
speziell mit der Phänomenologie des Rechtsextremismus und der
Jugendgewalt beschäftigt. Das Projekt brachte positive Effekte,
führte aber auch zu Problemen. Bis Ende 1991 war ich als Leiter des
kriminalpolizeilichen Staatsschutzes im damals noch existierenden
Landeskriminalamt der neuen Bundesländer tätig. |
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Der Staatsschutz ist eine
Kriminalpolizeistruktur, die sich mit den sogenannten politisch
motivierten Straftaten - egal mit welchem weltanschaulichen oder
politischen Hintergrund - beschäftigt. Der Begriff selbst ist nicht
unproblematisch, aber er hat sich etabliert. Einerseits bearbeitet
die Polizei politische Straftaten, andererseits gibt es ein
geheimdienstliches Instrument, den Verfassungsschutz, der politisch
extremistische Gruppierungen beobachtet. Diese beiden Insitutionen
sind zur Zusammenarbeit verpflichtet. |
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Mit der DDR-Thematik bin ich leidlich vertraut,
weil ich seit 1988 im DDR-Ministerium für den Rechtsextremismus
zuständig war. Natürlich nicht als Leiter, sondern als eine
Schachfigur im politischen Brettspiel der damaligen DDR. Ich habe
auch Analysen erstellt. Wenn man sich mit dem Rechtsextremismus
befaßt, bekommt man selbstverständlich keine Orden oder
Auszeichnungen. Ich bin froh, daß es in den letzten Jahren eine
deutlich höhere Sensibilisierung für diese Problematik gab, und daß
sie heute aktiver diskutiert wird. Minister Bräutigam hat gestern
dazu eindrucksvolle Worte gefunden. Es gibt bürgergesellschaftliche
Initiativen, die sich unabhängig von Polizei, Geheimdienst oder
Justiz mit der Thematik befassen, die die öffentlichkeit suchen,
eigene Strukturen bilden und Aktivitäten in Gang setzen. Das ist ein
durchaus bemerkenswerter Vorgang. Wir tun, was wir können, um diese
Initiativen sowohl mit Informationen als auch mit Beratung zu
unterstützten. Wir wollen auch mit den Parlamenten und den
politischen Parteien zusammenarbeiten, Verbindungen herstellen und
die öffentliche Diskussion fördern. |
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Welche rechtsextremen Aktivitäten gibt es im
Land Brandenburg? Das ist scheinbar einfach zu beantworten. Wir
könnten es uns leicht machen und den Verfassungsschutzbericht des
Landes Brandenburg vorlesen. Dort werden viele Gruppen und Parteien
aufgelistet, die über eine rechtsextreme Programmatik verfügen und
diese auch aktiv vertreten. Damit wäre die Sache dann erledigt. So
einfach geht es aber nicht. In den letzen Jahren, insbesondere seit
Mitte der 90er Jahre, nachdem der Bundesinnenminister und viele
Landesinnenminister militante, vor allem nationalsozialistische
Organisationen verboten hatten, versuchten die Rechsextremisten
diese Verbote zu unterlaufen. Einerseits ging es ihnen darum, ein
System dezentraler Vernetzung - so nennen sie das selbst - zu
schaffen. In den Regionen und auf der Ebene der Kommunen sollten
Gruppierungen vor allem aus der informellen Jugendszene gebildet
werden, die sich an den Werten und der Ideologie des
Rechtsextremismus orientieren. Andererseits sollten sogenannte
Kameradschaften aufgebaut werden, kleine effiziente Gruppen, die
flexibel und bürokratiearm sind. Diese Gruppen sollten dann
überregional miteinander vernetzt werden. Bis 1997 vollzog sich
dieser Prozeß. Damals gab es noch einen Verein, der in Brandenburg
dominierte, und der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, den Prozeß
der Vernetzung voranzutreiben, die Gruppen zu instruieren und auch
Ideologien in dieses System hineinzupumpen. Das war der damals
existierende Verein "Die Nationalen e.V." mit dem Hauptsitz in
Berlin. Die Vereinsinstrukteure haben im Land Brandenburg diese
angestrebte Struktur durchaus erfolgreich entwickelt. Sie hatten
sich weitergehende Ziele gesetzt, aber nicht alles hat so
funktioniert. Quer durch das Land Brandenburg und darüber hinaus in
anderen Bundesländern haben sie es aber geschafft, ein solches
Vernetzungssystem aufzubauen. |
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1997 löste sich dieser Verein mit der Begründung
auf, er habe seinen Vereinszweck erfüllt. Mit anderen Worten, er
hatte das angestrebte System der dezentralen Vernetzung hergestellt
und das ganze Feld für die Nationaldemokratische Partei Deutschlands
(NPD) und ihrer Jugendorganisation, den "Jungen Nationaldemokraten"
(auch durch schon vorher existierende Doppelmitgliedschaften)
vorbereitet. Der damalige Vereinsvorsitzende der "Nationalen e.V."
war gleichzeitig stellvertretender Bundesführer der NPD. Man sieht
also, daß die Kameradschaften, die innerhalb dieses Vereins
existierten, auch auf die NPD fixiert wurden. Das fanden natürlich
einige dieser Gruppierungen - vor allem diejenigen, die auf
klassisch hitleristischen Positionen beharrten - nicht gut. Sie
versuchten, eine direkte Unterordnung unter die NPD und ihre
Jugendorganisation zu verhindern und entfalteten ein Eigenleben. In
den Kreisen der Rechtsextremisten selbst hat man für diese
Gruppierungen eigenständige Namen gefunden. Man nennt sie dort u.a.
"unabhängige" oder "autonome Kameradschaften". Der Begriff "autonom"
wird ja nun von verschiedenen Seiten strapaziert. Im
Rechtsextremismus verweist er auf eine neue Qualität. Es geht nicht
mehr um klassische Parteifragen oder Parteiaufbau, sondern eine
rechtsextreme, soziale Bewegung soll in Gang gesetzt, eine
außerparlamentarische Oppositionsbewegung geschaffen werden.
Einerseits soll über das Eindringen in die Parlamente Politik
gemacht werden und andererseits eine soziale Bewegung
entstehen. |
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Etliche dieser Kameradschaften sind mir bekannt,
ich habe zu einigen Kontakte und auch mit ihnen diskutiert. Diese
Gruppen sind sehr daran interessiert, eine "Volksbewegung gegen das
internationale Finanzkapital" zu erzeugen. Sie gehen gegen Ausländer
vor und verbreiten ein "völkisches Denkprinzip". Sie zelebrieren den
in ihren Augen nationalen Widerstand und propagieren die sog.
nationale Wiedergeburt Deutschlands. Das sind die strategischen
Zielsetzungen der Kameradschaften. |
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Es wurde aber auch noch auf einer etwas anderen
Ebene gearbeitet. Unterschiedliche Kräfte des rechtsextremistischen
Milieus versuchen - nicht nur in Brandenburg - die Mentalität der
Jugendlichen zu beeinflussen. Man stellte fest, daß der Jugend die
Zukunft gehört. Das ist ein alter Spruch, der auch in der DDR eine
große Rolle spielte. Die damalige SED-Führung investierte relativ
viel in die Jugendarbeit, in die Freie Deutsche Jugend (FDJ). Diesen
Gedankengang verfolgten auch die Rechtsextremisten. Man stellte
überlegungen an, wie es gelingen könnte, gerade junge Leute mental
an die Ideologiewerte, die Grundfiguren der rechtsextremen Ideologie
zu binden, um sie dann im Bedarfsfalle politisch funktionalisieren
zu können. Schon 1991 gab es überlegungen des
"Nationaldemokratischen Hochschulbundes Deutschlands", eine
nationale Jugendarbeit zu entwickeln. Diese überlegungen spielten
später in den neuen Bundesländern eine Rolle. Zunächst gab es die
Konzeption einer gegen den Staat gerichteten Sozialpädagogik, die
"ganzheitlich" angewandt werden sollte, um die gesamte
Persönlichkeit der jungen Menschen und ihre Gruppierungen
anzusprechen, im Unterschied zu bestimmten Praktiken und rechtlichen
Formulierungen des in der Bundesrepublik geltenden Kinder- und
Jugendhilfegesetzes. Das war etwas anderes als eine Arbeit in der
klassischen Jugendhilfe bzw. Jugendarbeit. Wenn man sich mit
rechtsextrem orientierten Jugendlichen beschäftigt, wird man merken,
daß auch in den Freizeiteinrichtungen, in denen staatlich
finanzierte Sozialpädagogen tätig sind, von seiten der
Kameradschaften versucht wird, ein Gegenkonzept gegen die
demokratischen sozialpädagogischen Bemühungen durchzusetzen. Unter
den Sozialpädagogen in der Bundesrepublik Deutschland gibt es zur
Zeit eine breite Debatte darüber, wie sich Sozialarbeit im
Zusammenhang mit diesen Gruppierungen, in deren Hintergrund
rechtsextreme Kameradschaften wirken, definieren soll. Eine Richtung
fordert die Entpolitisierung der Sozialarbeit. Diese Sozialpädagogen
sind der Ansicht, es reiche, wenn man an den Defekten der
Persönlichkeit herumoperiert. Wenn jemand einen Antrag nicht
ausfüllen kann, ein anderer Probleme mit dem Staatsanwalt hat, soll
man ihnen eben Hilfestellung leisten und fertig. An den politischen
Einstellungswerten, an der Ideologie etwas zu verändern, könne nicht
Ziel der Sozialarbeit sein. Diese Konzeption führt zu großen
Problemen, weil die rechtsextreme Ideologie dadurch im öffentlichen
Raum akzeptabel gemacht wird und Jugendfreizeiteinrichtungen
geradezu zu Rekrutierungs- und Entwicklungsräumen für rechtsextreme
Ideologie und Gruppenzusammenhänge werden - nicht weil das die
Sozialarbeiter so wollen, sondern weil es sich objektiv so
vollzieht. |
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Die zweite Richtung sagt - wie auch die
Sozialpädagogen hier in Frankfurt/Oder -, es kann keine Sozialarbeit
geben ohne einen klar definierten demokratischen Standort. Das ist
wichtig festzuhalten. Hier in Frankfurt/Oder hat sich seit zwei
Jahren ein fester Kreis etabliert, in dem alle Bereiche der
Sozialarbeit vertreten sind, und in dem über diese Fragen gesprochen
wird. Man versucht, sich ein Bild darüber zu verschaffen, was im
Bereich des Rechtsextremismus in dieser Stadt abläuft. Man sammelt
Informationen und diskutiert darüber, wie man demokratisch gegen die
rechtsextremen Gruppierungen vorgehen kann. Dabei geht es vor allem
darum, etwas an den Denkstrukturen zu verändern und nicht in erster
Linie darum, auf die Leute einzuschlagen. |
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Das rechtsextremistische Unterwanderungskonzept
knüpft vor allem an den Alltagsinteressen an. Welche Musik hört man
gern, wie kleidet man sich, wie muß der Partner sein und aussehen?
Selbst das Essen wird definiert. Alle diese verschiedenen
Aktivitäten werden kurz und knapp zusammengefaßt und ideologisch
aufgeladen. Man hört in diesen Kreisen: "Wir hören nur deutsche
Musik". Als deutsche Musik gelten vor allem Produktionen, die den
Gedanken des nationalen Sozialismus verbreiten, die aber auch eine
moderne musikalische Form wählen. Es kann Heavy Metal sein, aber im
Bedarfsfall auch Techno-Musik (was sich allerdings nicht deutlich
durchgesetzt hat), es können auch Liedermacher sein. Wir hatten in
der DDR eine Singebewegung der FDJ und wenn man sich heute manche
rechtsextreme Liedermacher und ihre "Singscharen", wie sie sich
selbst nennen, z.B. in der NPD, anschaut, findet man die gleiche
formale ästhetik, allerdings mit anderen Texten. Manchmal sind es
die gleichen Lieder mit veränderten Texten. Auch die Internationale
kann man mit einem rechtsextremen Text singen, was einer der
deutschen Liedermacher (Frank Rennicke) bereits getan hat. über
diese Kulturproduktion werden kämpferische Stimmungen erzeugt. Oft
ist schon der Bandname Programm: Z.B. Sturmtrupp, Sturmwehr etc.
Text und Musik zielen auf Aktivismus. |
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Man kann auch an religiöse oder mythische
Bedürfnisse anknüpfen, die gerade in den neuen Bundesländern, auch
in Brandenburg, heidnisch-germanisch definiert werden. Es ist auch
wichtig festzustellen, daß gerade in den neuen Bundesländern, die
über viele Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg von der offiziellen
staatlichen Seite atheistisch geprägt wurden, und wo sich sehr viele
Menschen dem Atheismus verpflichtet fühlten, anstelle der Religion
eine Leerstelle entstanden ist, die die Rechtsextremisten ausfüllen
wollen. Sie bieten heidnische, germanische Mythologie an. Man kann
darüber lachen, wenn man hört, was in diesen Gruppen geschieht und
auf Gefallen stößt. Das kann sogar solche Blüten treiben wie vor
zwei Jahren, als ein Berliner Rechtsextremist, der seine
rechtsextreme Karriere schon in der DDR begonnen hatte, den
Buchhändler einer PDS-Buchhandlung anschoß, dann einen Polizisten
tötete und einen anderen schwer verletzte und bei seiner Festnahme
mitteilte, er sei als Kriegsgefangener zu betrachten, da er Soldat
des Gottes Odin sei. Man kann darüber lachen, aber der junge Mann
hat das geglaubt. Er ist kein Fall für den Psychiater, sondern eine
fanatisierte Persönlichkeit, die vor diesem Hintergrund als Soldat
des obersten germanischen Gottes gehandelt hat. Nicht immer müssen
solche jungen Leute zu terroristischen Taten neigen, wie dieser
besagte junge Mann. Man trägt Thorhammer, ein germanisches
mythisches Symbol, auf keinen Fall ein "T-Shirt", sondern ein
"T-Hemd", auf dem geschrieben steht: "Odin statt Jesus". Fragt man
jemanden, warum er das trägt, sagt er, ohne im einzelnen
argumentieren zu können: "Zweitausend Jahre Christentum sind genug."
Man sieht also, auch der Glaube und rituelle Handlungen spielen eine
wichtige Rolle in der Szene. |
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Noch ein paar Gedanken zur Gewaltproblematik.
Ich möchte klarstellen, daß Brandenburg im Vergleich zu anderen
Bundesländern kein besonderer Hort des Rechtsextremismus ist. Das
wird in den Medien immer so kolportiert, stimmt aber nicht. Wir
haben es in der gesamten Bundesrepublik mit rechtsextremen
Gewalttaten zu tun. In den einzelnen Bundesländern ist das
quantitativ unterschiedlich. Brandenburg steht nicht ganz hinten auf
der Liste, aber auch nicht an erster Stelle - das ist der
Tatbestand. Gleichwohl gibt es einen Unterschied zwischen den
östlichen und den westlichen Bundesländern. Im Osten wird die
Tabugrenze für die Ausübung von Gewalt aus rechtsextrem orientierten
Jugendgruppierungen heraus schneller überschritten. Die Gruppen, von
denen diese Gewalt ausgeht, können sozial sehr unterschiedlich
zusammengesetzt sein. Es sind nicht nur - wie das in der Diskussion
immer suggeriert wird - jene, die in ihrer Sozialisation schwere
Einbußen hinnehmen mußten, sondern auch Menschen aus dem sogenannten
normalen bürgerlichen Milieu (was immer das auch bedeuten mag). Sie
zeichnen sich allerdings durch eine Besonderheit aus. In diesen
Gruppen haben sich Kult und Ritus der Gewalt gegen ihre Feindbilder
festgesetzt. Man definiert Welt und Umwelt über Feindbildkategorien,
in deren Mittelpunkt die ethnische Frage steht. Wer und wie sind wir
als Deutsche? In diesen Gruppierungen - ob sie intellektuell
argumentieren oder nicht - werden die Deutschen als Bestandteil der
germanischen Rasse definiert, die logischerweise ein wesentlicher
Teil der weißen Rasse ist. Es gibt Theoriebildungen darüber, die
manch einer der jungen Leuten überhaupt nicht versteht und auch kein
Buch darüber gelesen hat. Es reicht aus, zu glauben, daß es so und
nicht anders ist. Dann wird das Deutsche/Germanische als
hochwertiger gegenüber anderen Rassen definiert. Vor diesem
Hintergrund werden Menschen mit anderer Hautfarbe, anderen
Kulturmustern als Feind definiert. Dann ist es legitim, diese
Menschen zur Sicherung der eigenen Hochwertigkeit anzugreifen. Die
psychologische Wirkung besteht in einer Stärkung der eigenen
Identität. Mit dem "Deutschen" wird zugleich die Kehrseite
definiert: Was ist undeutsch? Menschen "anderer" Art, Menschen, die
nicht von "deutscher Denkungs- und Wesensart" sind, eine andere
Kultur besitzen, andere politische Einstellungen, ein anderes
Weltbild. In den letzen Jahren wurden alltagswirksame Begriffe
erfunden, die auch intellektuell schlichte Menschen verstehen
können, wie z.B. der Begriff der "Zecke", die Gehirnkrankheiten
erzeugen kann. Es gibt das organische deutsche Volk. Wenn so eine
"Zecke" - ein "undeutscher Mensch" - die organische Qualität des
Deutschen durch seine Existenz und sein Handeln "bedroht", dann ist
das böse und es ist legitim, gegen diese Menschen Gewalt
einzusetzen. Das wird natürlich auch zelebriert in der Szene. Diese
Begriffe sind so alltäglich geworden, daß man sogar in Schulklassen
oder auch im Wohngebiet entsprechende Zuschreibungen findet. Da gibt
es jemanden, der sich selbst "rechts" nennt, und der hat was gegen
Zecken, das kann zwölf-, dreizehnjährige erfassen. Man merkt, wie
die Ideologie fast spielerisch transportiert wird und in die
Alltagsebene eindringt. Es gibt auch andere Feinde, gegen die sich
Haß und Gewalt richten. Darunter sind fiktive Feinde, wie "die
Juden". In Ermangelung konkreter Opfer verlegt man sich auf
Propagandadelikte oder Sachbeschädigungen, man verwüstet jüdische
Friedhöfe oder zeigt demonstrativ antisemitische Parolen und
Symbole. |
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Im publizistischen Bereich und im Bereich der
Musikproduktion hat sich in den letzten Jahren ein relativ
weitläufiges Kontaktsystem ergeben, das vor allem Jugendliche
anspricht. Das System wurde ausgebaut und es gibt auch einige
Aktivitäten im Internet, was aber m.E. in den Medien überhöht
dargestellt wird. |
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