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„Frauen in Zeiten des Aufruhrs“ – Film und Diskussion am 27.11.2009 in Prenzlau

„Frauen in Zeiten des Aufruhrs“ – Film und Diskussion am Freitag, 27.11.2009
Filmvorführung „Strajk – Die Heldin von Danzig“, 18.00 Uhr
Podiumsdiskussion „Frauen in Zeiten des Aufruhrs“, 20.00 Uhr
Internationales Jugendgästehaus „UcKerWelle“, Brüssower Allee 27, Prenzlau

Die Wanderausstellung „Mütter der Solidarność“ des Stettiner Fotografen Andrzej Łazowski machte im Herbst 2009 auch in Prenzlau Station. Sie zeigt den Mut der Frauen in einer schwierigen politischen Zeit. Ihr Handeln führte zu gesellschaftlichen Veränderungen, deren Früchte wir heute ernten.
Diese Ausstellung sei der Interessengemeinschaft Frauen Prenzlau e.V. Anlass, gemeinsam mit dem Stettiner Verein Zeit • Raum • Identität zu einer Podiumsdiskussion einzuladen. Am Podium werden vier Damen der Portraitierten teilnehmen und von ihren Erfahrungen aus der Zeit des Umbruchs in Szczecin sprechen. Zudem werden zwei Damen der ersten freien Stadtverordnetenversammlung aus Prenzlau ihre Einschätzung über die gesellschaftliche und politische Lage in der DDR und Zeit der Wende um 1990 abgeben. Moderiert wird die Diskussion von Frau Mascha Join-Lambert, der Leiterin des Haus Neudorf – Forum für Gemeinschaft in Europa bei Gerswalde. Ziel der Veranstaltung ist der Austausch über die jüngere Geschichte der Nachbarstaaten und die damalige Situation in den entsprechenden politischen Systemen. Die Menschen in der DDR erfuhren durch die politische Propaganda gesteuert nur marginal von den Geschehnissen in Polen. Deshalb ist es interessant Zeitzeugen beider Länder einzuladen, die unmittelbar von ihren Erfahrungen berichten können. Gleichzeitig wird der Einfluss der Solidarność-Bewegung auf die Umwälzungen in der DDR und den Ostblockstaaten sichtbar. Das Engagement der Frauen, die oft für andere Ideale als Männer kämpfen, soll in diesem Zusammenhang besonders gewürdigt werden.
Als Einstimmung auf die Diskussion zeigen wir Volker Schlöndorffs Spielfilm „Strajk – Die Heldin von Danzig“ mit Katharina Thalbach in der Hauptrolle der Arbeiterin Agnieszka. Von privaten Schicksalsschlägen geprägt setzt sich die beliebte Kranführerin der Danziger Werft gegenüber der Führung mutig für die Belange der Belegschaft ein. Durch mehrere tragische Vorkommnisse auf der Werft entfernt sie sich zunehmend vom sozialistischen System. Sie wird Teil einer kleinen Widerstandsgruppe, der auch Lech Wałęsa angehört, und formuliert Flugblätter, in denen sie die schlechten Arbeitsbedingungen offen anprangert. 1980 sucht die Gruppe die offene Konfrontation mit dem System und läutet damit die Wende im sozialistischen Ostblock ein. Agnieszka wird zur Galionsfigur der neu gegründeten ersten freien Gewerkschaft „Solidarność“, überlässt jedoch Lech die Führung. In Polen hat der Film bereits vor Erscheinen kontroverse Stellungnahmen hervorgerufen, z. B. wollte Anna Walentynowicz (als dargestellte Figur der Agnieszka) die Dreharbeiten gerichtlich verbieten lassen. Bis zum Beginn der Dreharbeiten wurde sie nie angesprochen und findet einige Passagen des Films inakzeptabel.
Die Veranstaltung wird gefördert aus Mitteln der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit.

Ramona Zühlke
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