| |
| |
Ich möchte die organisatorische Entwicklung der
rechtsradikalen Bewegung in Polen in den 90er Jahren vorstellen.
In der Redaktion der Zeitschrift Nigdy Wiecej
bekommen wir oft beleidigende Drohbriefe. Diese Briefe schreiben
Menschen, die in unserem Land leben. Fast täglich haben wir also
Beweise dafür, daß der Neofaschismus in Polen existiert. Man kann
über den Umfang dieser Erscheinung streiten, aber die Tatsache
selbst bleibt. Um den Neofaschismus wirksam bekämpfen zu können,
muß man zunächst offen zugeben, daß er existiert. Sehr viele
ernsthafte Politiker und Journalisten in Polen bestreiten diese
Tatsache jedoch. Diese Konferenz bietet wohl zum ersten Mal ein
großes Forum, auf dem wir über dieses wichtige Thema sprechen
können.
|
|
| |
Warum bediene ich mich des Begriffs Neofaschismus,
anstatt vom Rechtsextremismus zu reden? Die Bezeichnung Rechtsextremismus
ist ein politisch korrekter Euphemismus, es wird wohl nicht schaden,
wenn man die Sache beim Namen nennt. Was bedeutet Neofaschismus?
Sicher wurde der Begriff Faschismus in den letzten Jahrzehnten zu
oft benutzt, aber er ist es, der am genauesten die Erscheinungen
beschreibt, mit denen wir es heute zu tun haben. In aller Kürze:
Faschismus ist eine Ideologie totaler kultureller Uniformierung
auf einem Territorium, auf dem die Menschen dieselbe Sprache sprechen,
derselben rassischen und ethnischen Herkunft sind, dieselbe Religion
haben sowie ähnliche überzeugungen und Werte vertreten. Ich werde
Ihnen die Organisationen vorstellen, die heute in Polen aktiv sind
und die den Kriterien entsprechen, die sie als neofaschistisch oder
- wenn man so will - rechtsextrem einstufen lassen.
|
|
| |
Obgleich die neofaschistische Bewegung ihre historische
Wurzeln hat, trat sie in Polen in ihrer modernen Fassung Ende der
80er Jahre auf. Nach der politischen Liberalisierung kam eine Unmenge
verschiedener Gruppen und Grüppchen zum Vorschein. Unter ihnen
waren auch extrem nationalistische, antisemitische, rassistische
Gruppierungen. Erst damals trat z.B. die Polnische Nationale Gemeinschaft - Polnische Nationalpartei
(PWN - PSN) von Boleslaw Tejkowski an die öffentlichkeit,
die wohl berühmteste polnische neofaschistische Gruppierung. Dasselbe
gilt für die weniger bekannte, aber in dieser Szene mitnichten
weniger bedeutende Partei Nationale Wiedergeburt Polens (NOP) von Adam Gmurczyk.
|
|
| |
In der von der Subkultur geprägten polnischen
Jugend formierte sich die Bewegung der Skinheads, die sich in kürzester
Zeit ideologisierte und politisierte. Das Umfeld der Skinheads wurde
zum Rekrutierungsgebiet der rechtsradikalen Gruppierungen. Ende
der 80er/Anfang der 90er Jahre steckte die Bewegung noch in den
Kinderschuhen. Sie war damals noch politisch unbedeutend, obgleich
sie schon zur Gewalt griff, auf der Straße brutal und gefährlich
auftrat und von Zeit zu Zeit Aufsehen erregte. Das war die erste
Phase.
|
|
| |
Die zweite Phase der organisatorischen Entwicklung
der Bewegung vollzog sich im Laufe der 90er Jahre. Damals gründete
sich eine neue wichtige Gruppierung: Die Polnische Nationale Front (PFN) von Janusz Bryczkowski.
Sie hatte enge Beziehungen zur Partei von Schirinowski in Rußland
und lud ihn 1994 nach Polen ein. Die PFN hatte eine große Anziehungskraft
auf die Skinheadbewegung. Ihre Mitglieder waren und sind für viele
Gewalttaten verantwortlich. Darüber hinaus gab es eine Reihe von
kleineren Gruppen, die nicht weiter erwähnenswert sind und meistens
die Bezeichnung "Nationale Partei" (mit und ohne weiteren Zusätzen)
trugen.
|
|
| |
Diese Szene war stark zerstreut, verfestigte sich
jedoch im Laufe der 90er Jahre. Vor allem die Straflosigkeit ermöglichte
es ihr, neue Organisationsformen aufzubauen und führte dazu, daß
Vertreter dieser Szene von manchen als vollberechtigte Teilnehmer
des politischen Lebens angesehen wurden. Einen entscheidenden Umbruch
brachte die Entstehung des Wahlbündnisses Solidarnos? (AWS) mit
sich, das zu einem allgemeinen Zusammenschluß der antikommunistischen
Kräfte wurde. Um ein Gegengewicht zum Bündnis der Demokratischen
Linken (SLD) zu schaffen, bildete die liberale und die konservative
polnische Rechte, die bis dahin zersplittert gewesen war, eine gemeinsame,
große Gruppierung. Sie umfaßte auch Randgruppen, die bis dahin
politisch bedeutungslos gewesen waren. Mit ihrer Teilnahme an dieser
breiten Koalition erhielten diese Randgruppen Zutritt zur Ebene
der großen Politik. So z.B. die National-Demokratische
Partei, die allerdings später aus dem Wahlbündnis wieder
austrat, freiwillig - sie wurde nicht etwa ausgeschlossen. Diese
National-Demokratische Partei gibt eine ausgesprochen antisemitische
Wochenschrift mit dem Titel Mysl Polska
(Polnisches Denken) heraus. Eine weitere rechtsextreme Organisation
innerhalb von AWS war die Partei für Realpolitik
(eine Absplitterung der Union für Realpolitik von Janusz Korwin-Mikke),
deren Ideologe Tomasz Gabis, als einer der ersten in Polen den sogenannten
historischen Revisionismus verbreitete, d.h. den Holocaust leugnete.
Es ist eine Organisation, die sich in ihrer Ideologie auf die deutschen
konservativen Revolutionäre der 20er und 30er Jahre, auf das Gedankengut
von Ernst Jünger oder Carl Schmitt stützt. Diese Gruppierung ist
bis heute im Wahlbündnis Solidarnos? (AWS) vertreten.
|
|
| |
Der Rundfunksender Radio Maryja
ist Ihnen schon bekannt. Er wird von Millionen Menschen gehört.
Die meisten Rundfunkbeiträge beschäftigen sich mit religiösen
Fragen, aber es gibt dort auch politische Inhalte. Dieser Rundfunksender
wurde zum Forum für rechtsradikale Organisationen, wie z.B. für
die Allpolnische Jugend (Mlodziez Wszechpolska)
oder für die Nationale Partei (Vorsitzender
Maciej Giertych).
|
|
| |
In den letzten Jahren trugen die Gründung des
Wahlbündnisses Solidarnos? einerseits und die Einrichtung des Rundfunksenders
Radio Maryja, der zu einem Massenforum
für die Auffassungen rechtsextremer Organisationen wurde, andererseits,
wesentlich zur Entwicklung und Stabilisierung der Organisationen
der radikalen Rechten in Polen bei.
|
|
| |
Die dritte Phase, mit der wir es heute zu tun
haben, ist für eine politologische Betrachtung sicher interessant,
aber für mich als polnischen Staatsbürger, ist sie vor allem beunruhigend.
Denn jetzt übernehmen Vertreter der radikalen Rechten einflußreiche
Stellungen in den Behörden. Damit will ich nicht sagen, die heutige
polnische Regierung sei rechtsradikal, neofaschistisch oder antisemitisch.
Ich stelle nur fest, daß seit kurzem Anhänger der radikalen Rechten
Positionen in der staatlichen Verwaltung einnehmen.
|
|
| |
Als Beispiel dafür kann ich hier den Chef des
politischen Büros von Bildungsminister Miroslaw Handke, Krzysztof
Kawecki, nennen. Vor ein paar Jahren wurde er als Anführer einer
kleinen Randgruppierung, der Nationalen Rechten
(Prawica Narodowa), berühmt, als er Le Pen nach Polen einlud.
Die Nationale Rechte wollte ein Pendant der französischen Nationalen
Front werden. Le Pen selbst kam nicht, schickte aber seinen Stellvertreter.
Dieselbe Gruppierung veranstaltete kurz nach der Wahl von Aleksander
Kwasniewski zum Präsidenten eine Demonstration zum Gedenken an
Eligiusz Niewiadomski, den Mörder des ersten Präsidenten Polens,
Gabriel Narutowicz, in den 20er Jahren. Diese Aktion transportierte
eine offensichtliche Symbolik. Auf den Demonstrationsplakaten war
Aleksander Kwasniewski mit einem Revolver am Kopf und dem Satz "Stolzmann
weg!" zu sehen. Stolzmann ist nach der Auffassung der Antisemiten
der wahre Name von Kwasniewski. Und jetzt wurde der Führer dieser
Gruppierung zum Chef des politischen Büros des Bildungsministers.
Mir ist nicht bekannt, daß sich polnische Massenmedien mit dieser
Frage beschäftigt hätten. Ich betrachte das als einen politischen
Skandal.
|
|
| |
Es gibt viele solcher Beispiele. Im Rahmen der
Reform des polnischen Gesundheitswesens wurden unlängst Krankenkassen
gegründet. Der Chef der Krankenkasse in Bialystok wurde ein Mann,
der mit dem Gesundheitswesen bisher nichts zu tun hatte. Er ist
Jurist und heißt Dariusz Wasilewski. Seine ganze organisatorische
Erfahrung besteht in der Führung einer nationalistischen Jugendorganisation,
die auf die Vorkriegsmuster zurückgreift. Derselbe Mann besitzt
eine Buchhandlung in Bialystok, in der antisemitische Publikationen
angeboten werden. Vor kurzem setzten junge Mitglieder der Freiheitsunion
die Staatsanwaltschaft davon in Kenntnis, daß in diesem Buchladen
antisemitische, also verfassungswidrige Publikationen vertrieben
werden. Die Anzeige blieb jedoch folgenlos. Bialystok ist überhaupt
eine interessante Stadt. Dort wird die nationalistische Jugendorganisation
(Allpolnische Jugend) aus der Stadtkasse finanziert.
|
|
| |
Ein weiteres Beispiel: Chef der Krankenkasse in
Warschau wurde Krzysztof Nyczaj, ein sehr junger Mann, Vorsitzender
derselben nationalistischen Jugendorganisation in Breslau.
|
|
| |
Gewiß haben die genannten Personen keinen Einfluß
auf die allgemeinen Richtlinien der polnischen Politik. Nichts desto
weniger ist es schädlich, wenn solche Personen Positionen in der
staatlichen Verwaltung bekleiden, erst recht wenn es das Bildungswesen
betrifft. Neu erschienen ist zum Beispiel ein eindeutig antisemitisches
Schulbuch für das Fach Geschichte. Ein paar hundert Intellektuelle
und Professoren richteten daraufhin einen offenen Brief an den Bildungsminister.
Bis heute gab es dazu keine offizielle Stellungnahme.
|
|
| |
Die Bewegung ist vielfältig hinsichtlich ihrer
Organisationsformen. Meistens handelt es sich um kleine, unwesentliche
Randgruppen, die sich aber stabilisieren und immer wirksamer werden.
Sie entwickeln Auslandskontakte, auch zum Westen. Zum Glück mögen
sich die deutschen und die polnischen Nationalisten nicht allzu
sehr. Die deutsch-polnischen Kontakte sind sehr schwach, eher inzidentell.
Engere Beziehungen unterhält die polnische radikale Rechte zu Großbritannien.
Die Partei Nationale Wiedergeburt Polens (NOP) ist mit ihren 500
Mitgliedern der International Third Position assoziiert. Die britische
Organisation International Third Position hat lediglich 50 Mitglieder.
|
|
| |
Dennoch bleibt das Ganze eine politische Randerscheinung.
Würden sich all diese Gruppen vereinigen und selbständig bei Wahlen
auftreten, so würden sie mit Sicherheit zusammen nicht mehr als
fünf Prozent der Stimmen erzielen. Gefährlich dagegen ist die
Toleranz ihnen gegenüber, die Akzeptanz solcher Gruppierungen,
bzw. ihrer Vertreter, auf der polnischen politischen Bühne. Sie
werden im Hauptstrom der Politik akzeptiert und die konservative
Rechte lehnt es ab, sich von der extrem nationalistischen Rechten
eindeutig zu distanzieren. Es gibt keine kompromißlose Ausgrenzung
der radikalen Rechten. Das wäre aber notwendig, wenn ein weiteres
Anwachsen solcher Gruppierungen verhindert werden soll.
|
|
| |
Ein weiteres Problem ist die fehlende Reaktion
der Justiz auf eindeutige Rechtsverletzungen. Der Artikel 256 des
Strafrechts ist ein sehr guter Artikel, durchaus auf europäischem
Niveau. überhaupt habe ich dem polnischen Strafrecht in dieser
Hinsicht nichts vorzuwerfen. Sogar in der Verfassung gibt es, u.a.
dank unserer Bemühungen, eine Formulierung, laut der faschistische,
rassistische Organisationen, die nationalen Haß säen, verboten
sind. Das Gesetz wird aber nicht angewandt. Bisher wurde keine der
offen neofaschistischen Organisationen verboten. Sie sind legal
registrierte politische Parteien. Bis jetzt hat sich keine Staatseinrichtung
für sie interessiert. Es gab lediglich die parlamentarische Anfrage
des Abgeordneten Jacek Kuron, von der schon die Rede war, die der
damalige Justizminister im übrigen auf eine peinliche Art und Weise
ignoriert hat. Andere Anfragen, sowie eine Diskussion zu diesem
Thema im Senat, fanden keinen Widerhall in den Medien. Die Interventionen
der Abgeordneten wurden von der Justiz gänzlich ignoriert. Das
gilt sowohl für die frühere linke als auch für die jetzige rechte
Regierung.
|
|
| |
Diese Personen bleiben gänzlich unbestraft, obgleich
sie - wie wir nachwiesen - zwanzig Opfer** auf dem Gewissen haben.
Vielleicht ist die Zahl auch höher. Auch die Redaktion unserer
Zeitschrift erfährt einen Teil der Vorfälle erst mit Verspätung.
Im Moment haben wir zwanzig verifizierte Todesfälle. Dabei geht
es um Menschen, die durch Kampfgruppen der extremen Rechten, durch
Gruppen von Skinheads, die manchmal neofaschistischen Parteien angehören,
manchmal aber auch nur aus dem Milieu stammen, getötet wurden.
Ich befürchte, daß sich diese Personen angesichts der Tatsache,
daß ihre Taten nicht bestraft werden, sehr sicher fühlen. Ich
halte es nicht für ausgeschlossen, daß Personen, denen das Eindringen
in die politischen Strukturen deshalb nicht ausreicht, weil sie
keinen Einfluß auf die europa-orientierte Staatspolitik haben,
den terroristischen Weg einschlagen könnten. Wenn es zu keiner
entsprechenden Reaktion seitens der Gesellschaft und des Staates
kommt, wird sich ein rechter Terrorismus entwickeln.
|
|
| |
Es gibt ein amerikanisches Buch mit dem Titel
"Turner Diaries", das - soweit ich weiß - in Deutschland verboten
ist. Es beschreibt den sogenannten Rassenkrieg der weißen Kämpfer,
die das System mit terroristischen Methoden bekämpfen. Dieses Buch
soll demnächst in Polen erscheinen. Ausschnitte wurden in der Zeitschrift
Szczerbiec bereits abgedruckt. Solange
diese Personen straffrei bleiben, wird sich niemand ganz sicher
fühlen können. Das ist einer der Gründe dafür, warum man sich
endlich mit diesem Problem ernsthaft auseinandersetzen muß. Man
muß darüber schreiben und darüber reden.
|
|
| |
Aus dem Polnischen Ewa Czerwiakowski/Ruth Henning
|
|
* Die wichtigsten rechtsradikalen Organisationen
in Polen nach Rafal Pankowski
| |
Polnische Nationale Gemeinschaft-Polnische
Nationale Partei (Polska Wspólnota Narodowa-Polskie
Stronnictwo Narodowe / PWN-PSN), Vorsitzender: Boleslaw Tejkowski.
Die Gruppierung veranstaltete eine berüchtigte Demonstration in
Auschwitz. Es handelt sich um eine kleine heidnische Gruppierung
die in Beziehung steht zum internationalen "Slawischen Konzil"
Polnische Nationale Front (Polski
Front Narodowy / PFN), Vorsitzender: Janusz Bryczkowski. Bryczkowski
ist ein Geschäftsmann, der wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten
zeitweise im Gefängnis saß
Nationale Wiedergeburt Polens (Narodowe
Odrodzenie Polski / NOP), Vorsitzender: Adam Gmurczyk. NOP ist die
polnische Sektion der International Third Position und die dynamischste
und gewalttätigste rechtsradikale Gruppierung in Polen. NOP propagiert
die Negation des Holocaust und gewalttätigen Antisemitismus. Es
gibt Verbindungen zur deutschen NPD.
Allpolnische Jugend
(Mlodzie? Wszechpolska / MW). Eine nationalistische Jugendbewegung,
die zum größeren Teil aus Skinheads besteht. Vor einiger Zeit
traten einige ihrer Führer der Christlich-Nationalen Vereinigung
(ZChN) bei, einer konservativ-nationalen Partei, die zur Zeit an
der Regierung ist.
Nationale Rechte
(Prawica Narodowa), Vorsitzender: Krzysztof Kawecki. Die Nationale
Rechte betrachtet sich als eine Schwesterorganisation der Partei
von Le Pen. Die Nationale Rechte ist Bestandteil des Wahlbündnisses
Solidarnos? (AWS) und nimmt führende Positionen in der Regierung
ein. Kawecki ist Vizeminister im Bildungsministerium. Marcin Libicki
leitet die Polnische Delegation in der Parlamentarischen Versammlung
des Europarats.
Nationale Partei (Stronnictwo
Narodowe), eine traditionell antisemitische Partei, die die Teilnehmer
des Runden Tisches von 1989 als "jüdisch-freimaurerische Mafia"
oder als "Judenkommune und Judensolidarnos?" bezeichnete. Vorsitzender
der Partei ist Maciej Giertych.
Verband des weißen Adlers/Polnische
Nationale Partei/Nationale Front Polens (Zwi?zek
Bialego Orla/Polska Partia Narodowa/Narodowy Front Polski), "Führer"
der Partei, die drei unterschiedliche Namen benutzt, ist Wojciech
Podjadzkiego. Die Gruppe ist bekannt wegen ihrer physischen Attacken
auf linke Demonstrationen.
Gesellschaft für Tradition und
Kultur "Niklot" eine radikal-nationalistische
neoheidnische Gruppe.
|
|
19 Todesopfer rechtsradikaler Gewalt, dokumentiert
von Rafal Pankowski
| |
(auf der Konferenz war von 20 Todesopfern gesprochen
worden). Presseerklärung vom 8.11.1999 (leicht gekürzt)
|
|
| |
Warschau Dezember 1989 Vor
dem Klub "Hybrydy" verletzten Mitglieder von PWN-PSN, der Partei
Tejkowskis Igora Sz. tödlich. Die 3 Täter kamen im Jahre 1993
wieder frei.
Nowa Huta Oktober 1992 Eine
Bande von Nazi-Skinheads überfiel drei deutsche LKW-Fahrer und
verletzte einen von ihnen tödlich.
Stettin August 1993 Neofaschisten
ermordeten Dariusz W. wegen seines nonkonformen Aussehens.
Boleslawiec April 1994 Nazi-Skinheads
ermordeten einen örtlichen Punk wegen seiner antifaschistischen
überzeugungen.
Nowogard November 1994 Faschisten
schlugen den achtzehnjährigen Andrzej W. mit Metallrohren tot.
Laziska Górne März 1995 Nazi-Skinheads
töteten den antifaschistischen Jugendlichen Andrzej P.
Poznan April 1995 Neofaschisten
ermordeten einen jungen Mann wegen seiner langen Haare in einem
nahe Posen gelegenen kleinen Ort.
Legionowo September 1995 3
Mitglieder der Polnischen Nationalen Front Bryczkowskis führten
eine sog. Aktion der "Säuberung der Stadt von lebensunwerten Elementen"
durch. Bei dieser Aktion wurden etwa 30 Personen geschlagen, zwei
Personen starben. 3 Täter (Arkadiusz L., Arkadiusz J. und Grzegorz
S.) wurden zu einer Strafe von 15 bis 25 Jahren Gefängnis verurteilt.
Lubin 12./13. Dezember 1996 3
örtliche "Satanisten" Marcin T., Michal B. und Piotr J. erschlugen
auf dem örtlichen Friedhof den Obdachlosen Waclaw T.
Rzeszów 4. August 1996 Der
in Rzeszów bekannte Nazi-Skinhead Konrad K. ermordete die 78jährige
Malgorzata H. Der Täter wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt.
Kielce 1. Oktober 1996 Während
eines neofaschistischen Angriffs auf ein Konzert im Klub "Pod Krech?"
ermordete der 19jährige Nazi-Skinhead Leszek K. den 15jährigen
Piotr K. Das Gericht verurteilte ihn zu 12 Jahren Gefängnis. Drei
mitangeklagte Nazi-Skinheads erhielten Strafen von 8 Monaten bis
zu zwei Jahren Gefängnis.
Ostrów Wlkp. 21. Januar 1997 Der
17jährige Nazi-Skinhead und Berufsschüler Daniel M. ermordete
den 19jährigen Schüler Konrad W. Der Täter wurde zu 8 Jahren
Gefängnis verurteilt.
Warschau 4. Mai 1997 Auf
der Kondratowiczstraße ermordeten 2 Männer um 1 Uhr 30 nach rassistischen
äußerungen Nathaniel S., einen dunkelhäutigen 29jährigen Polen.
Er hinterließ einen 7jährigen Sohn. Die beiden Täter waren Edward
K. und Dymitr B. Edward K. saß anderthalb Jahre im Gefängnis.
Der Prozeß gegen Dymitr B. dauert noch an.
Jelcz 24./25. Mai 1997 Nazi-Skinheads
ermordeten den 17jährigen Adam H. Der direkte Täter Jacek P. (20
Jahre), der im Prozeß keine Reue zeigte, wurde zu 25 Jahren Gefängnis
verurteilt.
Police 1. Juli 1998 Die
Polizei verhaftete zwei örtliche Nazi-Skinheads Robert L. und
Fryderyk O., die verdächtigt werden, im Mai des Vorjahres den 55jährigen
Obdachlosen Stanislaw J. ermordet zu haben, nachdem dieser sich
geweigert hatte, ihnen eine Zigarette zu geben. Stanislaw J. war
im Krankenhaus aufgrund seiner schweren Verletzungen gestorben.
Die Verdächtigten gaben die Tat zu.
Wladyslawowo 2. August 1998 3
Warschauer Nazi-Skinheads, Damian M., Przemyslaw S. und Marcin B.
ermordeten den 25jährigen Piotr W. am Ostseestrand. Anlaß war
dessen unkonventionelles Aussehen. Zwei der Täter sind Studenten,
einer Oberschüler.
Zalew Solinski 12./13.August
1998 Eine Gruppe von Nazi-Skinheads ermordeten
auf dem Campingplatz einen 35jährigen Touristen aus Libyen, der
seine Ferien in den Bieszczady verbrachte. Die Polizei konnte die
Täter nicht fassen.
Rudna bei Lubin 15. April 1999 Auf
dem Bahnhof erschlugen örtliche Nationalisten den 29-jährigen
Einwohner von Scinawa Józef M., der auf einen Zug wartete. Die
Täter schmierten anschließend mit dem Blut des Opfers einen Davidstern
an die Wand.
|
|
|
|